Growbox Beleuchtung: So findest du die passende Lichtleistung
In der Growbox ersetzt die Lampe die Sonne. Trotzdem schauen viele beim Kauf nur auf die Wattzahl – und die verrät lediglich, wie viel Strom eine Lampe zieht. Wie viel nutzbares Licht tatsächlich bei deinen Pflanzen ankommt, steht in anderen Werten.
Hier erfährst du, welche Kennzahlen zählen, wie du die nötige Lichtmenge für dein Zelt selbst ausrechnest, wann eine LED und wann eine Natriumdampflampe passt und worauf du bei Montage und Sicherheit achtest.
PAR: das Licht, das Pflanzen nutzen
Für die Photosynthese nutzen Pflanzen vor allem Licht mit Wellenlängen zwischen 400 und 700 nm. Diesen Bereich nennt man PAR, photosynthetisch aktive Strahlung. Die wichtigen Kennzahlen einer Growlampe beziehen sich genau auf diesen Bereich. Damit kannst du Lampen fair vergleichen, auch wenn sie unterschiedlich viel Strom verbrauchen oder ganz anders gebaut sind.
Die drei Kennzahlen, auf die es ankommt
Photonenfluss (PPF): wie viel Licht die Lampe abgibt
Der PPF wird in µmol/s angegeben. Er beschreibt, wie viel Licht im PAR-Bereich die Lampe pro Sekunde insgesamt abgibt. Das ist die wichtigste Zahl, wenn du wissen willst, ob eine Lampe für deine Fläche reicht. Ein Beispiel: Das SANlight STIXX 2-60 Set mit 94 W liefert laut Hersteller 254 µmol/s.
Effizienz (µmol/J): wie viel Licht pro Watt
Die Effizienz zeigt, wie viel Licht eine Lampe aus der eingesetzten Energie macht. Je höher der Wert, desto weniger Strom und Abwärme brauchst du für dieselbe Lichtmenge. Laut Lumatek erreicht die ZEUS 1000W mit Pro-2.9-Leisten 2,9 µmol/J.
Mit diesem Wert kannst du auch selbst rechnen: Leistung in Watt mal Effizienz in µmol/J ergibt ungefähr den Photonenfluss in µmol/s. Umgekehrt kommt die STIXX 2-60 mit 254 µmol/s bei 94 W rechnerisch auf rund 2,7 µmol/J.
Lichtverteilung (PPFD): wie viel Licht bei den Pflanzen ankommt
Der PPFD in µmol/m²/s beschreibt, wie viel Licht pro Quadratmeter und Sekunde auf der Pflanzenfläche ankommt. Er hängt von der Lampe, der Hängehöhe und der Fläche ab. Gute Hersteller zeigen das in PPFD-Messkarten, gemessen für eine bestimmte Fläche und Hängehöhe. Schau dort nicht nur auf den Spitzenwert in der Mitte, sondern darauf, wie gleichmäßig das Licht bis in die Ecken reicht – sonst bekommen die Pflanzen am Rand deutlich weniger ab.
Wie viel Licht braucht deine Growbox?
Der Lichtbedarf hängt von der Phase ab. Zur Orientierung helfen grobe PPFD-Zielwerte, die Lampenhersteller und Fachquellen je Phase angeben. Die Angaben zu deiner Pflanzenart und die Empfehlungen des Lampenherstellers gehen immer vor.
| Phase | PPFD (grober Richtwert) |
|---|---|
| Anzucht und Stecklinge | 100–300 µmol/m²/s |
| Wachstumsphase | 400–600 µmol/m²/s |
| Blütephase | 600–900 µmol/m²/s |
So rechnest du die Lichtmenge für dein Zelt aus
Die Faustregel lautet: Fläche in m² mal PPFD-Zielwert ergibt den Photonenfluss, den deine Lampe mindestens liefern sollte. Ein Zelt mit 100 x 100 cm hat 1,0 m² Fläche, in der Blüte brauchst du dort also 600 bis 900 µmol/s. Verluste an den Rändern sind nicht eingerechnet, plane deshalb etwas Reserve ein.
| Zeltgröße | Fläche | Wachstum (grob) | Blüte (grob) |
|---|---|---|---|
| 60 x 60 cm | 0,36 m² | ca. 140–220 µmol/s | ca. 220–320 µmol/s |
| 80 x 80 cm | 0,64 m² | ca. 260–380 µmol/s | ca. 380–580 µmol/s |
| 100 x 100 cm | 1,0 m² | ca. 400–600 µmol/s | ca. 600–900 µmol/s |
| 120 x 120 cm | 1,44 m² | ca. 580–860 µmol/s | ca. 860–1.300 µmol/s |
| 150 x 150 cm | 2,25 m² | ca. 900–1.350 µmol/s | ca. 1.350–2.000 µmol/s |
| 240 x 120 cm | 2,88 m² | ca. 1.150–1.730 µmol/s | ca. 1.730–2.600 µmol/s |
Ein Rechenbeispiel: Die STIXX 2-60 mit 254 µmol/s liegt im Blüte-Bereich für ein 60 x 60 cm-Zelt. Für 120 x 120 cm bräuchtest du rechnerisch etwa drei- bis fünfmal so viel Licht – also eine stärkere Lampe oder mehrere Leuchten.
Bauform und Dimmbarkeit
Leisten-LEDs wie die SANlight STIXX verteilen das Licht über mehrere schmale Leisten breit über die Fläche. Der Name verrät die Auslegung: Die erste Zahl steht für die Anzahl der Leisten, die zweite für die Zelttiefe in cm. Die STIXX 2-60 ist also für 60 cm Tiefe gedacht, die STIXX 3-80 für 80 cm – laut SANlight reicht die Reihe bis zur STIXX 6-150. Kompakte Leuchten wie die SANlight FLEX II eignen sich dagegen für kleine Flächen, Stecklinge oder Blattgemüse.
Undercanopy-Leisten sitzen unterhalb des Blätterdachs und bringen Licht an die unteren Triebe, die vom Hauptlicht nur wenig abbekommen. Wichtig ist außerdem die Dimmbarkeit: Mit einer dimmbaren Lampe regelst du die Leistung für Anzucht, Wachstum und Blüte, statt für jede Phase eine eigene Lampe zu kaufen. Die Lumatek ZEUS lässt sich laut Hersteller zum Beispiel stufenweise über einen 0–10-V-Dimmer oder einen Controller regeln.
LED oder Natriumdampflampe?
Natriumdampflampen (NDL, englisch HPS) waren lange der Standard im Indoor-Anbau. Bei neuen Anlagen raten wir meist zur LED – die wichtigsten Unterschiede im Überblick:
| Kriterium | LED | NDL/HPS |
|---|---|---|
| Licht pro Watt | höher | niedriger |
| Wärmeentwicklung | geringer | deutlich höher |
| Betrieb | mit Treiber | mit Vorschaltgerät |
| Anschaffung | meist teurer | meist günstiger |
| Leuchtmittel | fest verbaut, langlebig | lässt mit der Zeit nach, wird getauscht |
Eine LED setzt mehr Strom in Licht um und heizt die Box weniger auf, was auch die Lüftung entlastet. Lumatek gibt für die ZEUS 1000W zum Beispiel an, dass sie auch nach 60.000 Betriebsstunden noch mindestens 90 % ihrer Lichtleistung liefert (L90 > 60.000 h). Eine NDL ist in der Anschaffung meist günstiger und läuft mit einem Vorschaltgerät; mit Reflektoren wie von Adjust-A-Wings lenkst du ihr Licht gezielt auf die Fläche. Das Leuchtmittel verliert aber mit der Zeit an Leistung und muss irgendwann ersetzt werden. Passende Lampen findest du unter NDL/HPS.
Montage und Sicherheit
Häng deine Lampe an einer Stelle auf, die das Gewicht sicher trägt, und achte bei Seilratschen auf die angegebene Tragkraft. Mit Seilratschen passt du die Höhe schnell an, wenn die Pflanzen wachsen. Halte Treiber, Vorschaltgeräte und Steckdosen fern von Gießwasser. Halte dich an die Montageanleitung des Herstellers; Arbeiten an der festen Elektroinstallation gehören in die Hände einer Fachkraft.
Jede Lampe erzeugt Wärme, eine NDL deutlich mehr als eine LED. Plane deshalb gleich eine passende Abluft aus unserer Klimatechnik mit ein. Aufhängungen, Seilratschen, Treiber und Ersatzteile findest du unter Beleuchtungszubehör.
Checkliste für deine Lampenwahl
- Zeltgröße messen und die Fläche in m² ausrechnen.
- Den Zielwert für die Phase wählen und den nötigen Photonenfluss berechnen.
- Lampen über PPF und µmol/J vergleichen statt über Watt.
- In der PPFD-Messkarte prüfen, wie gleichmäßig das Licht verteilt ist.
- Auf Dimmbarkeit achten, wenn eine Lampe mehrere Phasen abdecken soll.
- Aufhängung, Abluft und Zeitschaltuhr gleich mitplanen.
Growlampen bei Bloom Industry
Den Schwerpunkt unseres Sortiments bilden LED Growlampen: SANlight aus Österreich mit dem modularen STIXX-System und der FLEX-Serie, Lumatek mit LEDs und Vorschaltgeräten, dazu GENT und die Daylight-LEDs von Maxibright. Für Sämlinge, Stecklinge und Mutterpflanzen gibt es Anzuchtlampen, die passenden Zelte unter Growboxen. Alle Growlampen im Überblick findest du in unserer Kategorie Beleuchtung. Du willst dir die Lichtleistung für deine Fläche ausrechnen lassen? Komm in unseren Laden in Essen – wir stellen dir Lampe, Box und Lüftung passend zusammen.